Klangspuren
André Meisner arbeitet an den Schnittstellen zwischen zeitgenössischem Jazz, armenischer Duduk-Tradition und experimentellen Formaten — meist da, wo diese Welten sich nicht von selbst treffen.
Saxophon
Erste musikalische Heimat ist der Jazz. Prägende Lehrer waren Olaf Molderings, Harald Königs und Remy Filipovitch. Hinzu kamen Studien und Workshops bei Claudius Valk, Matthias Nadolny und Matt Renzi. 2009 Gewinner des Scholarships für Jazz-Saxophon in Laurino (Italien) unter Leitung von George Garzone und im selben Jahr mit der Band Tonspur Preisträger bei jazzwerkruhr. In Duisburg initiierte er die experimentellen Konzertreihen Druck im Raum (mit Jan Klare) und Electronic Cabinet. 2012 erschien sein Solo-Album Kreatur (Mons Records) — pure Saxophon-Sounds, Effekte und Live Looping.
Seit vielen Jahren ist Kulturprojekte Niederrhein e. V. ein wichtiger Rahmen für Kollaborationen und experimentelle Formate in der Region.
Duduk
Die Begegnung mit der Duduk kam über die Band Jazzpiya des kurdischen Sängers Necati Teyhani. Was mit leiser Neugier begann, wurde zu einer langjährigen Auseinandersetzung mit dem armenischen Nationalinstrument: Reisen nach Armenien (2017, 2024, 2025), regelmäßiger Austausch und Unterricht mit Arsen Petrosyan, eine lehrreiche Begegnung mit Gevorg Dabaghyan, von 2018 bis 2022 Schüler des Duduk-Meisters Hovhannes Margaryan (National Duduk Ensemble of Armenia).
2021 gründete er den Deutschen Duduk Verein (1. Vorsitzender) mit dem Ziel, das Instrument ins 21. Jahrhundert weiterzutragen — ohne die Tradition zu vergessen, ohne die Moderne zu ignorieren. Die Vereinsaktivitäten werden inzwischen unter dem Dach von Kulturprojekte Niederrhein e. V. fortgeführt. Aus dieser Haltung sind vielfältige Kollaborationen entstanden, darunter ein Gastauftritt im Trickster Orchestra und die Zusammenarbeit mit Songwritern wie Tom Liwa.
Aktuell
Im Zentrum steht das Ensemble Lignum Vitae um die armenische Violinistin Lilit Tonoyan, mit dem Cellisten Davit Melkonyan, dem Kontrabassisten Jonas Dunkel und Giuseppe Mautone an Bodhrán und Percussion. Das Album Krunk – Armenian Secular Music (KALEIDOS Musikeditionen, 2024) widmet sich der armenischen Volksliedtradition in eigenen Arrangements Tonoyans, auf Grundlage der Sammlungen von Komitas und des Repertoires des Sängers Hayrik Muradyan.
Ein zweiter Schwerpunkt: Numaqam — ein langjähriges Crossover-Projekt mit dem Gitarristen Gürsoy Tanç, ursprünglich aus Beats und Live-Improvisation entstanden. In der erweiterten Besetzung Numaqam Akustika kommen Fethi Ak (Percussion) und Alex Morsey (Kontrabass) als Gäste hinzu.
Wegmarken
Festivals: u. a. Moers Festival · Traumzeitfestival · Festspiele Mecklenburg-Vorpommern
Internationale Projekte: u. a. Oddgeir Berg Trio (Norwegen) · In Albedo (Litauen) · Melting Pot / European Jazz Network (Polen); Konzerte in Belgien, Frankreich, Indien, Italien, Spanien, Türkei, den Niederlanden und der Schweiz
Medien: CD-, TV- und Radioproduktionen u. a. für WDR, Deutschlandradio Kultur, Sterk TV



Fotos: Ernst Luk (Portrait) · Stefan Pieper (1. v. l.) · Sebastian Lehmann (2. v. l.)